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Auszüge und Zitate
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Reisen in Indien und Europa ...
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Aufbruch "Ramsander!" , sagte ich zu meinem dubash , "wir lassen die tōni in Gottes Namen absegeln. Ich reise auf dem Landweg! Bestell mir acht Kulis! Morgen bei Tagesanbruch will ich abreisen. Mein Freund Martin wird mir wohl einen Palankin leihen; er hat zwei davon – sonst musst du versuchen, einen zu mieten. Besorg mir auch ein paar Flaschen Arrak und 500 curuttu-Zigarren. Beeil dich und sieh zu, dass alles bereit ist." Die Sache lag nämlich so: ich musste nach Machilipatnam und war anfänglich gesonnen, die Reise in einer tōni zu unternehmen, die damals gerade auf der Reede lag und bald absegeln wollte. Die Angelegenheit war gar nichts Besonderes; wenn alles gut ging und man in einem durchsegeln konnte, war es höchstens eine Reise von drei oder vier Tagen, befanden wir uns doch mitten in der Monsunzeit, so dass wir Wind und Strömung auf unserer Seite hatten.
Reisen! "Glücklich, wer reisen kann! Es gibt doch auf der Welt nichts Angenehmeres als das Reisen! Wohl verstanden: in einem milden Klima und, wenn ich so sagen darf, in Ostindien, unter den menschenfreundlichen Indern und in einem Palankin, denn das ist – wie ich zu Anfang schon erwähnt habe - nach meinem Dafürhalten bestimmt die sicherste und bequemste Reisemaschine, die je ausgedacht worden ist."
Reisen in Europa "In Europa ist das Reisen weit unbequemer und unangenehmer. Ich begreife nicht, wie man ein Vergnügen daran finden kann, in den nördlichen Teilen des Kontinents zu reisen. Ich habe auch mit aller Gemächlichkeit und mit voller Börse Holland, Deutschland, Frankreich und einige andere Länder durchreist, aber statt des Vergnügens, das doch auch ein Zweck des Reisens ist, hatte ich nichts als Ärger, Verdruss, Angst, Mühseligkeiten, Gefahren und dabei noch große Kosten. Unglücksfälle können einen Reisenden in jedem Land treffen; aber all die Unannehmlichkeiten, denen ein Reisender in Europa ausgesetzt ist, findet man in Indien nicht, wenigstens nicht längs der ganzen Küste bis nach Bengalen usw." (Einleitung Kap. 7)
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Indische Tänzerinnen

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Natur und Landschaft
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Die indischen Fledermäuse "Die vorgenannten baurs sind eine große Art von Fledermäusen, gelblich rot von Kopf und Hals und am übrigen Körper schwarz; sie fliegen sehr hoch und schnell, haben ein erstaunlich scharfes Sehvermögen und können mit ihren Zähnen die härteste Frucht durchbeißen. Ihre Flügel sind häutig und kahl wie bei den kleinen Fledermäusen und an ihren Pfoten und ihrem Schwanz befestigt, wodurch sie am Stehen und Gehen gehindert werden; doch hat die Natur sie dafür durch zwei Haken entschädigt, die an den Flügeln angebracht sind und womit sie sich an den Zweigen der Bäume festhalten und sich dann mit Schnauze und Pfoten kriechend weiter forthelfen. Bei Tage sieht man sie gewöhnlich an einem gewissen perumbé-Baum oder auch an den Tamarindenbäumen hängen, deren Früchte sie sehr lieben; oft findet man sie in solcher Menge an den Bäumen, dass man glaubt, sie seien mit schwarzen Tüchern überdeckt. Diese Fledermäuse ernähren sich nicht nur von Baumfrüchten, sondern überfallen auch bei Nacht die Tauben- und andere Vogelnester, um die Eier und die Jungen zu fressen. Sie sind sehr unbändig und wild; wenn man sie gefangen hat, so sollen sie sich aus Wut ihre Flügel und was sie erreichen können, abbeißen; auch sind sie sehr lüstern nach Blut, und es ist gefährlich, in einer Gegend, in der sie häufig sind, in freier Luft zu schlafen, weil sie gern den Schlafenden unbemerkt eine Ader auflecken und sich satt mit Blut vollsaugen, ohne dass der Mensch darüber erwacht, indem sie ihm inzwischen mit ihren Flügeln angenehme Kühlung zuwehen. Die Parias und andere Inder aus den niedrigsten Kasten sowie auch gemeine Europäer essen solche Fledermäuse. Man spaltet sie voneinander wie die Fische, reibt sie stark mit Salz ein, lässt sie eine Nacht hindurch zwischen zwei schweren Steinen gepresst liegen, wäscht sie dann ab und richtet sie zu. Das Fleisch ist aber zäh und faserig und hat einen unangenehmen Geruch." (1, 7)
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Fledermäuse in den Bäumen

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Kolonialkritik
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Die Europäer Ohne den guten Menschen unter ihnen zu nahe zu treten, sind die Europäer im Allgemeinen wie man so sagt "mit derselben Brühe übergossen": sie sind allesamt - abgesehen ihren besonderen, nationalen Untugenden – eingebildet, stolz und voller Vorurteile; alle miteinander sind sie geldgierig, herrschsüchtig und brutal. Nichts ist zu niederträchtig und zu gottlos, als dass sie es nicht für Geld tun würden, für das sie alles tun und sich allem fügen. 2,9
Armut der Inder Es ist nämlich so: die armen Landleuten haben keine Häuser, keine Möbel, keine Kleider, kein Bett, rein gar nichts. Ihr Haus: eine Strohhütte, ihre Möbel: die Töpfe und Pfannen, in denen sie ihr Essen kochen und eine Kiste dient an Stelle eines Schranks. Ihre Kleider? Ein Lappen Baumwolle um die Hüften, und ihr Bett, Stuhl und Tisch: eine Matte. Woran kann man sich schadlos halten, wird man fragen, und wozu dient dann eine "unverzügliche Auspfändung"? O, man findet noch immer genug dafür. Haben sie keine Gerätschaften, kein Paar Kühe oder Zugochsen, gut, dann verkauft man eins oder mehrere ihrer Kinder, ja sogar alle, vielleicht auch, wenn keine oder nicht genug da sind, die Mutter noch dazu, den Vater, bisweilen die ganze Familie, und macht sie zu Sklaven! Und diesen Posten wollte man mir anbieten! Pfui! Ich kann seit dieser Zeit das Wort "sofortige Vollstreckung" nicht mehr ertragen. 2, 5
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Lebensgeschichte und Liebesgeschichte
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"Einige Leser werden es vielleicht befremdlich und ungehörig finden, dass ich die Begegnung mit der Tänzerin in dieses Buch mit aufgenommen habe. Ich weiß sehr wohl, dass solche Liebesgeschichten in eine Reisebeschreibung nicht hineinpassen; anfangs hatte ich auch vor, diesen ganzen Zwischenfall wegzulassen, aber bei näherer Überlegung – warum sollte ich das tun? All die Beschreibungen von Ländern, Städten und Dörfern sind für sich alleine eine trockene Lektüre; sie entstammen alle den fähigsten Federn auf diesem Gebiet und werden, so natürlich und ausführlich die Schilderungen auch sein mögen, durch die dauernden, unvermeidlichen Aufzählungen am Ende für den Schreiber ebenso langweilig wie für den Leser. Eine kleine Abwechslung von diesem Konzept steht einem Werk dieser Art meiner Meinung nach immer gut zu Gesicht. Außerdem habe ich den Lesern stets versprochen, ihnen die Ereignisse dieser Reise mitzuteilen; warum sollte ich dann eines der wichtigsten verschweigen? Warum sollte ich einen Vorfall übergehen, der von so gewichtigen Folgen für mich geworden ist und meinem Lebenslauf eine ganz andere Richtung gab? Man kann mir vorhalten, dass ich zu weitläufig in seiner Beschreibung bin, aber ich habe eine so große Verpflichtung an Mamia, ihre Erinnerung ist mir noch so wert, ich habe mir so lange gewünscht, von ihr zu sprechen, von ihr zu schreiben, und es bietet sich mir nun gerade eine so schöne Gelegenheit, dass ich mich nicht enthalten kann, davon Gebrauch zu machen. - Lass mir, lieber Leser, bitte dieses Vergnügen! Missgönne mir das Glücksgefühl nicht, die Erinnerung an sie zu ehren als eine letzte Dankbezeugung und Belohnung für ihre treue, aufrichtige Zuneigung und für die wertvollen Dienste, die sie mir erwiesen hat. – ... Aber wir wollen nicht vorgreifen, sondern den Faden unserer Erzählung wieder aufnehmen."(2, 4)
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Eine Devadasi

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Ethnologe und Biograph
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Geisterglaube "Diese heimatlosen Geister haben alle unterschiedliche Namen wie zum Beispiel piśāca , preta , pethonie, śakunī , saakschonie, daakhiedaan , brahmāditya , ākāśabānī, yaksha und noch etliche andere - zu viele, um sie hier alle anzuführen. Einige dieser Geister sind bösartig, andere unschädlich. Der piśāca beispielsweise hat Freude daran, Leute zu quälen und zu erschrecken; er hält sich auf Wegen und in hohen Bäumen auf (ausgenommen im ala-Baum ); er ist auch auf Friedhöfen und śmaśāna, den Leichenverbrennungsplätzen, zu Hause. An allen diesen Orten erscheint er bisweilen in schrecklicher Gestalt und hat die Macht, solchen Personen, die sich nicht durch Baden und Morgengebete reinigen und vorsehen, durch Krankheiten und Ungemach zu schaden .
Der preta hält sich in Häusern und verlassenen oder verfallenen Gebäuden auf; er macht sich einen Spaß daraus, den Menschen Schrecken und Furcht einzujagen und ist das, was wir einen Poltergeist nennen.
Pethonie, śakunī und saakschonie sind Geister weiblichen Geschlechts. Sie versuchen, den Menschen zu schaden und zeigen sich in Gestalt schöner Frauen oder Tänzerinnen. Diejenigen aber, die, von ihnen verleitet, sich mit ihnen einlassen oder unvorsichtigerweise mit ihnen schlafen, die bringen sie ums Leben oder verursachen ihnen unheilbare Krankheiten. Deshalb wird sich jeder Inder voll Angst und Schrecken von einer Frau fortmachen, die ihn nachts auf der Straße wegen eines Liebesstündchens ansprechen wollte. ...
Die ākāśabānī sind Geister, die sich in der Luft aufhalten. Ākāśa bezeichnet im Sanskrit den "Luftraum", und bāna "Pfeil". Man nennt sie so wegen der verblüffenden Schnelligkeit, mit der sie die Luft durcheilen. Diese Geister dürfen nicht auf die Erde kommen .
All diese - und noch mehr - Geister unterstehen einem Anführer namens Retravie oder Nairrta. Man nennt ihn auch Bhairava und stellt ihn dar, wie er auf den Schultern eines rājya-dhara oder Riesen getragen wird, mit einem Säbel in der Hand. ...
Um das zu vermeiden, schütten die Inder immer, bevor sie ihre Gebete verrichten, drei Mal Wasser über die linke Schulter, von welcher Seite allein sich ihnen diese Geister nähern dürfen, und sprechen dabei ein bestimmtes śapana oder eine Verwünschung gegen sie aus, die sie fliehen lässt und fernhält...
Es gibt noch eine weitere Sorte von schweifenden Spukgestalten, nämlich die Seelen von Ermordeten oder der durch einen gewalttätigen Tod Umgekommenen, die so lange auf Erden wandeln müssen, wie ihr natürliches Leben angedauert hätte, ausgenommen diejenigen, die in einem richtigen Krieg gefallen oder durch die Hand des Henkers umgekommen sind.
Das wird nun, denke ich, reichen mit diesen Geistern und Teufeln. Der Leser wird möglicherweise neugierig darauf sein, auf welche Art und Weise man hierzulande diese Teufel oder Geister aus dem Körper eines Menschen austreibt."
[Aus satztechnischen Gründen wurden hier - anders als in der Druckausgabe - nicht die korrekten Sonderzeichen für die Sanskritumschrift verwendet]
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Indischer Wahrsager

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