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Auszüge und Zitate

Reiselust und -last


"Die Gewissheit, dass kein Europäer verrückt genug sein würde, mich auf so eine Fahrt ohne Ziel, ohne Vorkenntnisse und ohne Aussicht auf großen Gewinn zu begleiten, war die Ursache, dass ich mit niemandem darüber sprach und die Reise für so undurchführbar hielt wie eine Reise zum Mond. ...

O, die Reiselust ist eine unglückselige, unheilbare Sucht, die erst mit dem Leben selber endet, das durch sie oft sogar verkürzt wird, wenn man sich durch die Jahre, durch Krankheiten oder häusliche Umstände außer Stande sieht, ihr nachzugeben. Ich bin mit dieser Sucht von Kindheit an behaftet gewesen, sie quält mich selbst noch im Alter und verbittert mir oft manchen Tag. Diese unersättliche Neugier, alles selbst untersuchen zu wollen, dieser romantische, verrückte Drang nach fremdartigen Erlebnissen und Abenteuern – in wie viele Lebensgefahren hat er mich nicht gestürzt, welchen Verdruss und welche Probleme hat er mir nicht verursacht! Wie oft habe ich mich durch ihn unglücklich gemacht bzw. das Glück, das ich schon genoss, von mir gestoßen! "


 

Trinksitten in Sri Lanka (Knox)



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oppas und maiorals


"Nach diesen Vorbereitungen begab ich mich zu Herrn Raket , dem damaligen Kommandeur von Jaffna, und bat ihm um einen oppa bis Colombo, den ich auch umgehend erhielt. Das Wort oppa bedeutet so viel wie "Befehl", und er dient den Reisenden als Pass.

Es gibt zweierlei oppas, solche "mit weißem Leinen" und solche ohne. Der erste wird nur angesehenen Amtsträgern und Kompanieangestellten erteilt, die in Geschäften zu der einen oder anderen Niederlassung auf der Insel reisen. Ein Peon oder Läufer wird ein paar Tage vor der Abreise dieses Herrn mit dem oppa losgeschickt und besucht alle Ortschaften, durch die der Betreffende auf seiner Reise ziehen muss oder wo er anzuhalten gedenkt. Den maiorals oder Vorstehern dieser Dörfer wird in so einem oppa ausdrücklich befohlen, den ampalam [das Rasthaus] rundum mit weißem Leinen auszuhängen. Dieses Leinen müssen nun die Wäscher liefern, wobei es sich um die Kleider der Dorfbewohner handelt, die diese bei ihnen waschen lassen; und so wird denn dieser Herr erwartet, den die maiorals noch obendrein – ebenso wie seinen Tross – kostenlos mit Lebensmitteln versorgen müssen, so lange es ihm behagt, im Dorf zu bleiben. Die Dorfoberhäupter müssen zwar kraft Kompaniebefehls eine exakte Aufzeichnung aller Reisenden anfertigen, die mit einem solchen oppa durch ihr Dorf kommen und können jährlich eine Rechnung aller Unkosten, die ihnen dadurch entstanden sind, beim Kommandeur abliefern, aber dieses Geld wird ihnen selten zurück erstattet.

Der oppa "ohne weißes Leinen" ist ein ola oder Palmblatt, auf dem in malabarischer [tamilischer] oder singhalesischer Sprache jedem maioral befohlen wird, den Überbringer gegen Bezahlung mit dem Nötigen zu versehen; ein solcher oppa wird niemandem abgeschlagen und kostet einen Reichstaler. Er ist in einem Land, in dem die Eingeborenen wegen der Unterdrückung durch ihre Herren gegen alles, was Europäer heißt, im höchsten erbittert sind und keine Gelegenheit, sie zu ärgern, übergehen, ohne sie weidlich auszunutzen, vollkommen unentbehrlich."


 


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Jaffna


"Vor mir lag in geringem Abstand in einem weiten Amphitheater das schöne, freundliche Jaffna , mit all seinen bunten Häusern, von lieblichen Wäldern und Hainen wie durchwirkt … Hier lebte ich nun ruhig und zufrieden, frei von allen Sorgen, von Kummer und Verdruss. Ich kann mich während meines ganzen Lebens nur an wenige Zeiten erinnern, an denen ich so vollkommen glücklich, so vergnügt war, wie damals in Jaffna."


 

Fort Hammenhiel vor Jaffna



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