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Juni-September 1783: Ein waghalsiges Unternehmen

Vorstoß ins Innere

Haafner unternimmt im Sommer 1783 den waghalsigen Versuch, zu Fuß ins Innere der Insel Sri Lanka vorzudringen - ein um so abenteuerlicheres Unterfangen, als der noch herrschende König von Kandy alles daran setzt, das Hochland so unzugänglich wie möglich zu halten.

Im Juni 1783 bricht die kleine, zusammengewürfelte Gruppe aus Niederländern und Franzosen von Jaffna im Norden nach Süden auf, um so weit wie möglich ins Inselinnere vorzustoßen und von dort nach Colombo weiterzugelangen.

Ohne nähere Kenntnis vom wilden Charakter des unwegsamen Inselinneren, nur auf Berichte von Einheimischen und Landeskennern gestützt, verliert die kleine Truppe bald den Zusammenhalt, und beim Rückweg von Colombo entgeht Haafner nur knapp dem Tod.


 

Angriff eines Lippenbären



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Ein gewagtes Unterfangen

Im Schlepptau eines Portugiesen, der den gutmütig-abenteuerlustigen Autor dazu überredet, sich seiner Schatzsuche anzuschließen, stößt Haafner mit seinem Begleiter in die Dornsavannen und zu den Dschungelwäldern des Nordostens vor.

Ein völlig entkräfteter Haafner wankt einige Wochen später einer Karawane von singhalesischen Kaufleuten entgegen, die den naiven Weißen aufpäppeln und wie einen von den Toten Erstandenen an die Küste zurückbringen ... der Reisebegleiter ist und bleibt nach einigen verzweifelten, gellenden Schreien im Dickicht verschwunden ...

Haafner hat oft genug seine "unselige Reiselust" für dieses auch für ihn fast tödlich abgelaufene Abenteuer verantwortlich gemacht.


 

Ein mutaliar (singh. Würdenträger)



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Die Textausgabe

Haafners wacher Auffassungs- und Beobachtungsgabe verdanken wir einen eindrucksvollen Bericht über Flora und Fauna der Insel sowie über das Verhalten der Europäer und Einheimischen auf diesem bis dahin weitgehend verschlossenen Eiland.

Packend und voll Bewunderung für das großartige Schauspiel, aber auch voll Entsetzen schildert Haafner die grandiose Melancholie und Härte des Dschungels - so wie 100 Jahre später Leonard Woolf, der Mann von Virginia Woolf, Gründer der Hogarth Press, der in Jaffna und im Süden längere Zeit britischer Kolonialbeamter war (eine wunderbare Beschreibung dieser Jahre liefert seine Biographie "Growing").

Nach mehreren verkürzenden Bearbeitungen - die deutschen Übersetzungen kürzten den Stoff ebenso wie die bis heute erhältliche englische Ausgabe von 1821 - wird Haafners Buch zum ersten Mal vollständig in seiner sprachlichen Form und Dramatik und mit sämtlichen landeskundlichen Details in deutscher Sprache vorliegen. Sorgfältig erstellte Fußnoten und Register erschließen das Werk.

Jacob Haafner: Reise zu Fuß durch die Insel Ceylon
.
Vollständige Ausgabe. Aus dem Niederländischen übersetzt und herausgegeben von Thomas Kohl. Mit einem Nachwort. 368 S., 47 sw Abb., 5 Karten.
Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2004. ISBN 3-923961-12-X. Geb € 22,00 (Haafners Reisen. Bd.3)
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Originaltitelblatt der Reize te voet



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Urteile

"Jacob Haafner aus Halle, ein Deutscher, der mit den östlichen Niederlassungen der Kompanie sehr vertraut war ..."
P.E. Pieris, Ceylon and the Hollanders 1658-1796

"Haafners heftige Sympathien und Antipathien appellieren nicht so sehr an die Vernunft oder den gesunden Menschenverstand, als an unser Empfinden für Großmut und Mitleid. Seine Reisebeschreibungen sind Höhepunkte der frühromantischen Erzählkunst ... Eine bewegende Erzählung, die man nicht mit trockenen Augen liest."
Hooft, De Burgher en de Burgemeester (Hooft und Christopher Ondaatje reisten i1994 Haafners waghalsige Expedition nach.)

"Ein ausgesprochen lesbares Buch ..."
A. Khorrami-Degener


 

Tirion's Ceylonkarte von ca. 1750



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Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Beschreibung von Ceylon

Reise zu Fuß durch die Insel Ceylon
Erstes Kapitel
: Meine Flucht von Madras über Tranquebar nach Ceylon – Ankunft in Jaffna – Meine Lebensweise dort – Der passo de Catchaï – Lob der Sonne
Zweites Kapitel: Die Reisesucht – Geheimer Wunsch – Unverhoffte Erfüllung – Meine Reisegefährten – Der oppa
Drittes Kapitel: Annas Niedergeschlagenheit – Verteilung des Gepäcks – Abreise – Ankunft in Kalmunai – Der tīrmīn – Ehegeschichten des Bäckers – Schwächeanfall des Böttchers – Ankunft in Pooneryn
Viertes Kapitel: Schreckliche Begegnung mit einem Bären – Chempankundu – Eine Unvorsichtigkeit – Polverencadou – Nacht im Dschungel – Die Affen – Der ronkedoor
Fünftes Kapitel: Ankunft in Palliar – "Pilli, aiyan!" – Traurige Begebenheit und Vereitelung des gesamten Vorhabens – Der verrottete Stamm – Vidattaltivu – Fröhliche Gesellschaft – Jagdweise der Weddas – Kampf mit einem Tiger – Ankunft in Mantota
Sechstes Kapitel: Ankunft in Vankalai – Unangenehmer Zwischenfall – Mühsamer Weg – Der Brahmane von Kal Aru – Erbitterter Kampf zwischen zwei Büffeln – Entsetzliche Lebensgefahr – Abreise – Morgam – Tigerwitterung – Unangenehmer Lagerplatz
Siebtes Kapitel: Ein glücklicher Treffer – Verräterischer Gegner – Heldenmut des Bäckers – Die Blutsauger – Die Nachtigall von Ceylon – Der schöne Wald – Eine Reihe von Schwierigkeiten – Schreckliches Gewitter
Achtes Kapitel: Krokodile – Gefährliche Passage – Ein u+umpu – Der freundliche asjaulie – Golgom – "Polonga! polonga!" – Puttalam – Madompe – Ankunft in Chilaw – Herr van der Weijden – Chilaw – Die Hochzeit - Abreise
Neuntes Kapitel: Der ampalam von Marawila – Großzügige Feinde – Eine Kostprobe des Singhalesischen – Der freundliche Pastor – Schlecht geendetes Unternehmen der Holländer gegen den Kaiser von Kandy – Negombo – Die heruntergefallene Kokosnuss – Das Gartenhaus des dessave Kock – Lebensgefahr für den Küfer – Ankunft in Colombo
Zehntes Kapitel: Angenehmes Leben in Colombo – Heimliches Verlangen – Manuel de Cruz – Sonderbarer Vorschlag – Weigerung – Hilfreicher Ratschlag des Küfers – Abreise von Colombo – Beschreibung der Stadt
Elftes Kapitel: Scheußliche Nacht – Werigur – Das Land nach der Regenzeit – Wütender Kampf – Unangenehme Übernachtung in Negombo –Übellaunigkeit des Küfers – Trennung von ihm – Erneute Sondierungen des Portugiesen – Zustimmung – Ankunft in Chilaw
Zwölftes Kapitel: Beginn einer gefährlichen Expedition – Zum ersten Mal in Lebensgefahr – Fortsetzung der Reise – Ankunft und Eintritt in den Urwald – Anstrengungen, Hindernisse, Schwierigkeiten und Gefahren – Ein merkwürdiges Geräusch – Der mutige Bär
Dreizehntes Kapitel: Verdoppelung der Schwierigkeiten – Gefahrvolle Nacht – Trauriger Zustand und Fortsetzung der Reise – Der hohe Schlafplatz – Das Aas – Verfrühte Freude – Ein unvorhergesehenes Hindernis
Vierzehntes Kapitel: Ergebnislose Versuche zur Durchquerung – Verzweifeltes Vorhaben – Das beklagenswerte Ende des Portugiesen – Die allergrässlichste Lage – Trübe Gedanken und melancholisches Grübeln
Fünfzehntes Kapitel: Schreckliche Nacht – Die gehörnte Spinne – Schreckliches Erwachen – Fortsetzung der Reise – Wiedererwachte Hoffnung – Verzweiflung
Sechzehntes Kapitel: Die pāmpu-rāja – Ein gewagter Sprung – Unbegreifliche Rettung – Entmutigende Aussichten – Die entsetzliche Stimme
Siebzehntes Kapitel: Gefährliche Bergbesteigung – Die Schlange – Nebel – Der Sturz – Der Greifvogel – Langsames Vorankommen – Der angenehme Fund
Achtzehntes Kapitel: Niederschmetternde Aussichten – Ein schwacher Hoffnungsschimmer – Enttäuschung und letzter Versuch – Der Kanal – Der utumpu – Die Rettung – Manioppu – Ankunft in Puttalam und Jaffna – Abschluss.
Anhang
Nachwort: Haafner in Ceylon
Abkürzungsverzeichnis
Maße und Gewichte
Daten zur Geschichte Sri Lankas im 17. und 18. Jh.
Bio-Bibliografie Jacob Haafner
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Register
Karten


 

Brahminy kite



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