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"Erlebnisse und frühere Seereisen"
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"Reise in einem Palankin"

Ein Leben in Asien und Europa 1754-1809

Ein Leben in Asien und Europa 1754-1809

Im Jahr 2003 erschien nach fast 200 Jahren eine vollständige deutsche Übersetzung der "Reise in einem Palankin", seit 2004 liegen die "Reise nach Bengalen" und die "Fußreise durch die Insel Ceylon" des Niederländers Jacob Haafner erstmals auf Deutsch vor.

Damit rundet sich das Bild eines außergewöhnlichen Lebens: Der Verfasser, gebürtig aus Halle a.d.Saale (1754 als Sohn des aus dem Elsass stammenden Mediziners Matthias Haafner geboren), zog früh mit den Eltern nach Emden und von dort nach Amsterdam, wo der Vater Dienst als Schiffsarzt auf den Ostindienfahrern nehmen musste.

Als der Elfjährige seinen Vater als Schiffsjunge auf der Reise zum Kap der Guten Hoffnung begleitet, stirbt der Vater unterwegs an einer Seuche - damit beginnt für den jungen Jacob eine über zwanzigjährige Odyssee durch Indien, Sri Lanka und Indonesien ...

Jacob Haafner: Erlebnisse und frühere Seereisen. Vollständige Ausgabe. Aus dem Ndl. übs. u. hgb. von Thomas Kohl. 261 S., 39 sw Abb., Tab. u. Karten. Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2006. € 14.00 (Haafners Reisen. Bd.1)

Jacob Haafner: Erlebnisse auf einer Reise von Madras nach Ceylon. Vollständige Ausgabe. Aus dem Ndl. übs. u. hg. von Thomas Kohl. 346 S., 53 sw. Abb., Karten und Tab. Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2006. (Haafners Reisen. Bd.2). Geb € 19.80

Jacob Haafner: Reise zu Fuß durch die Insel Ceylon. 368 S., mit zahlr. sw Abb. Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2004. ISBN 3-923961-12-X. Geb € 22,00 (Haafners Reisen. Bd.3)

Jacob Haafner: Reise nach Bengalen und Rückreise nach Europa. 294 S., 47 sw-Abb., 7 Karten. Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2004. Geb € 18,00. (Haafners Reisen. Bd.4)

Jacob Haafner: Reise in einem Palankin. 579 S., 50 sw-Abb., 1 Karte. - Mainz : Gutenberg Buchhandlung 2003. ISBN 3-923961-10-3. Geb € 22,80. (Haafners Reisen. Bd.5)

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Jacob Haafner 1754-1809



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Dienst bei der VOC

Im Dienst der niederländischen Vereinigten Ostindischen Companie (VOC) gelangt der junge Mann nach Batavia, dem damaligen Hauptsitz der Gesellschaft und weiter nach Bengalen und zur Koromandelküste.

Der aufgeweckte, wissbegierige Niederländer lernt bald Land und Leute und die Lebensweise von Europäern und Indern gut kennen: ob es die Holländer, Briten, Franzosen oder Deutschen waren oder ob es sich um Bengalen, Tamilen oder die muslimischen Herrscher handelt, stets beobachtet Haafner seine Umwelt sorgfältig, ja kritisch und notierte mit Stift und Skizzenblock diese ganz andersartige Umwelt.

Über die Arbeitsweise der VOC und die Sitten der Inder ist er ausgezeichnet informiert - sein Tagebuch füllt sich mit Orten, Namen und Ereignissen.


 

Kachel mit dem Symbol der VOC



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Zurück in Europa

Trotz Krieg und Flucht gelingt es Haafner, in Kalkutta ein kleines Vermögen im Handel zu erwerben; seine Reise gen Süden beschreibt er später in seiner "Reise in einem Palankin" (Die "Reise in einem Palankin" )

Daheim in Europa geht das Ersparte im Strudel der Französischen Revolution zugrunde; an eine Anstellung bei der im Konkurs befindlichen VOC ist nicht mehr zu denken - Haafner verlegt sich aufs Schreiben.

Zug um Zug legt der über Vierzigjährige nun Buch um Buch vor: Die "Reise in einem Palankin" entlang der Koromandelküste, die abenteuerliche "Fußreise durch Ceylon" (die erste Durchquerung der Insel durch einen Europäer), die "Reise von Madras nach Ceylon" und die "Reise nach Bengalen" liefern ein ungemein farbiges, lebensvolles Bild jener Zeit und machen mit einem Indien vertraut, das so direkt und nah wohl selten von einem Europäer empfunden und beschrieben worden ist.

Natur, Landschaft, Land und Leute legt der früh Erkrankte vor - bis ihn 1809 sein Herzleiden von einem wirtschaftlich wenig erfolgreichen, aber literarisch-biografisch überaus reichen Leben reißt.


 

Kalkutta um 1785



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Kolonialismuskritiker und Literat

"Ein Anti-Kolonialist mit einer multikulturellen Perspektive."
Paul van der Velde

Nicht zuletzt durch die lebensvolle Art der Darstellung, seine Liebesgeschichten und die tragisch-dramatischen Ereignisse seines kurzen Lebens hat Haafners Stil für die niederländische Literatur des frühen 19. Jh.s eine Vorbildfunktion gehabt - ein Frühromantiker, der als Kolonialkritiker den späteren und viel bekannteren Multatuli an Radikalität weit übertraf.

Seine vehemente Ablehnung jeder Kolonialpolitik ist aktuell und erweist sich im Nachhinein als zutreffend - auch wenn das 19. Jahrhundert die Blüte imperialer Herrschaft erlebte.

Die Kenntnis fremder Kultur, Lebensart und das vertrauensvolle Miteinander ist selten - bis heute - so gelebt und vermittelt worden wie von Jacob Haafner; die Lektüre seines Gesamtwerks, das 1992-1997 von der Linschoten Vereeniging neu herausgegeben wurde, ist auch in unserer Zeit spannend, nützlich und lehrreich - und lehrt Bescheidenheit.

Interessante weitere Informationen zur niederländischen Gesamtausgabe und zur Biografie Haafners finden Sie unter www.paulvandervelde.nl/haafner/index.html


 

VOC-Kaufmann und ein indischer Händler



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